Ein saukomischer Blick hinter die Theaterkulissen

Ein köstlicher Spaß: „Gretchen 89 ff.“ als Gastspiel aus Ingolstadt im Regensburger Turmtheater.

REGENSBURG. Ganz herrlich kann man sich hier seine Vorurteile bestätigen lassen: Alle Theaterleute haben eine gehörige Macke weg; Schauspielerinnen sind zickig und egozentrisch, Regisseure aufgeblasene und eitle Wichtigtuer. Lutz Hübner, der meistgespielte deutsche Gegenwartsdramatiker, bietet mit seinen Stücken griffiges, mal kritisches, mal unterhaltsames Gebrauchstheater. „Gretchen 89 ff.“ – Uraufführung war 1997 und vor ein paar Jahren auch schon einmal in Regensburg zu sehen – hat kabarettistische Qualität.

Geboten wird ein saukomischer Blick hinter die Theaterkulissen. Zwar nicht mit der literarischen Brillanz eines Thomas Bernhard beim „Theatermacher“, sondern vom Niveau eher vergleichbar mit Stücken wie „Heute weder Hamlet“ von Rainer Lewandowski oder mit der „Sternstunde des Josef Bieder“ vom Autorengespann Eberhard Streul/Otto Schenk, wo es ebenfalls mit viel Ironie um die Hassliebe zum Theater geht.

Das rätselhafte „89 ff.“ bedeutet die Seitenangabe im gelben Reclamheftchen von Goethes „Faust“. Dort beginnt die Kästchen-Szene, bei der Gretchen Sätze sagen darf wie: „Es ist so schwül und dumpfig hie“ oder „mir läuft ein Schauer übern ganzen Leib – bin doch ein töricht furchtsam Weib“. Am Ende steht dann das zum geflügelten Wort gewordene: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“

Und an dieser Szene wird nun durchexerziert, wie sie auf unterschiedliche Weise verhunzt werden kann. Das Ingolstädter „Altstadttheater“ stellt seine Gretchen-Produktion jetzt in Regensburg im Turmtheater vor. Zwischen den kleinen bayerischen Bühnen scheint der Stück-Austausch ganz prima zu funktionieren (bei den selbstherrlichen, schwerfälligen und gut subventionierten Stadttheatern hat das nie geklappt).

Es gibt ein Wiedersehen mit Titus Horst, der zu Zeiten von Marietheres List ein Engagement in Regensburg hatte. Bei Lutz Hübners Versuchsanordnung kann er seine Vielseitigkeit sehr schön ausspielen, denn die Regisseurs-Typen wechseln vom genervten Schmerzensmann, dem unsicheren Anfänger, bis zum alten Haudegen und dem schleimig-routinierten Tourneepferd. Besonders köstlich ist er jedoch als sexistischer „Freudianer“ mit Fassbinder-Lederjacke, der von der ziemlich entsetzten Gretchen-Darstellerin „ganzen Körpereinsatz“ fordert und sie nackt in der Duschkabine auftreten und statt des Schmuckkästchens in einem Müllsack wühlen lassen will. Vollends komisch und schrill wird es, wenn Titus Horst den lange arbeitslosen und deshalb besonders willfährigen Schauspieler gibt, der in die Fänge einer profilierungssüchtigen Dramaturgin gerät, die „ganz geschlechtsneutral“ die Gretchen-Rolle mit einem Mann besetzen will.

Vom Spott des Autors bleiben die Schauspielerinnen nicht verschont. Ingrid Cannonier – mag sie auch nicht unbedingt der Vorstellung entsprechen, die sich der Theaterbesucher vom Gretchen macht – läuft zur Hochform auf, wenn sie die Diva gibt: hochnäsig und arrogant treibt sie ihre Machtspielchen mit dem Regisseur. Spaßig ist aber auch, wenn sie die übereifrige Anfängerin karikiert.

Eine Art Schiedsrichterin taucht auf. Bei der Ingolstädter Regisseurin Gisela Maria Schmitz ist sie nicht nur kommentierende Souffleuse (wie in Hübners Textvorlage), sondern sie wird als Theaterintendatin im Rokoko-Kostüm mit einer an die Goethe-Mähne erinnernden Perücke gezeigt. Birgit Mannel-Fischer soll in dieser Rolle sagen: Das Theater war schon immer so. Und allen Querelen hinter den Kulissen zum Trotz: Was der Zuschauer dann auf der Bühne zu sehen bekommt, besitzt damals wie heute einen Zauber, den man nicht missen will. Auch das satirische „Gretchen 89 ff.“ hat ihn!

Mittelbayerische, 21.08.2010, Ulrich Kelber


GRETCHEN 89FF

Donaukurier, 22. Februar 2010, Karin Derstroff, in Auszügen:

„Eine reizende Rolle hat Regisseurin Gisela Maria Schmitz für die einleitenden Worte jeder Szene zu Lutz Hübners Theater-Komödie „Gretchen 89 ff“ gefunden. Birgit Mannel-Fischer spielt den galanten Intendanten (sie tut es mit Charme und Ironie) und darf (…) verbal schon einmal vorgeben, was Ingrid Cannonier als Darstellerin und Titus Horst als Regisseur im Zweikampf immer anders auf die Bühne bringen.
Es schadet nicht, die „Kästchenszene“ zu kennen, jenen ahnungsvollen Monolog des Gretchens, als es die von Mephisto im Zimmer deponierte Schmuckschatulle findet. Dann ist die komische Fallhöhe umso größer, wenn aus dem bebenden Text um Verführung ein bündiges „Es ist schwül – irgendwie und Mutter nicht da. Toller Mann. Ach wir Armen“ geworden ist. Hier, in einer der hübschesten Inszenierungsszenen, ist die Schauspielerin (Cannonier spielt sie mit herrlich resignierter Mine und verkniffenen Lippen) dem „Streicher“ anheim gefallen, jenem Regisseur, der alles überflüssig findet, zuletzt sogar die Szene selbst. (…)
Aber auch die Regisseure lässt Autor Hübner nicht auf der Siegerseite: Im aussichtslosen Kampf etwa mit einer überengagierten „Anfängerin“ oder einer „Diva“. Schnell geht dieser Rollenwechsel, kleidungsmäßig und psychisch.
Und geradezu fantastisch gut schlüpft Gast Titus Horst in alle seine so unterschiedlichen Regisseure. Keiner verkommt ihm zur Persiflage, auf feine Mimik, natürliches Spiel, ein Ernstnehmen der Figuren hat Regisseurin Schmitz geachtet – hier erweist sich Horst als Meister. Schön zu sehen ist auch Ingrid Cannonier, grandios ihre Inszenierungsvision als Dramaturgin. Ein vergnüglicher Theaterabend also.“

Neuburger Rundschau, 22. Februar 2010, Volker Linder, in Auszügen:

„Bei der Premiere der neuen Produktion im Altstadttheater kriegte sich das Publikum nicht mehr ein. (…)
Bei der Premiere legen Cannonier und Horst eine seltene Spielfreude und Wandlungsfähigkeit an den Tag. Birgit Mannel-Fischer stellt mit Perücke als „Prinzipal seit 350 Jahren“ erhellende Hintergrundinformationen über den Theaterbetrieb und die Typologie ihrer Protagonisten vor und lässt am Ende keinen Zweifel: Das Theater selbst ist und bleibt die witzigste aller Komödien.
Großer Beifall im Altstadttheater.


Alles außer Fußball

Wunderbar melancholisch: „Finnischer Tango“ am Turmtheater

Von Christian Muggenthaler

Finnen sind dazu in der Lage, wie kein zweites von sich im Ausland das Bild eines wunderlichen Volks zu verbreiten: Die Eigenbrötler aus den Filmen der Kaurismäki-Brüder, durchgeknallte Musikkünstler wie Aavikko und Jimi Tenor und die rätselhaften Biografien der Skiflieger aus jenem skandinavischen Lande runden sich zum Bild eines Volks, das für alles Außergewöhnliche zu haben ist und für das alles möglich ist außer Fußballspielen. Der Regensburger Autor und Regisseur Joseph Berlinger hat sich nun dieses Finnentums bemächtigt und erzählt als Suomi ehrenhalber in seinem Stück „Finnischer Tango“ von Mika-Matti Akimäki und dessen unerfüllter Liebe zur Deutschen Christl, die ihn in Helsinki verlassen hat, um in Leoprechting einen Imbissstand zu eröffnen.
Folglich sehen wir im Turmtheater Regensburg Akimäki leiden, still, aber wirkungsvoll. Dessen Darsteller Martin Hofer und Berlinger schaffen eine skurril bis absurd daherkommende Mischung aus Monotonie und Melancholie: Der Alltag des Arbeiters in einer – natürlich! – Zündholzfabrik zerdehnt sich zwischen Wodka-Depots, völlig sinnfreien Fabrik-Tätigkeiten, den Abendnachrichten und dem großen Ausweichraum Tango. Dort ist Akimäkis Sehnsuchtsort, dort hat er Christl kennen gelernt, dorthin kehrt er mit Hilfe alter Schallplatten, frischer Erinnerungen, Gesang und Tanz zurück. Text, auch da ist Berlinger ganz finnisch, hat Hofer nur wenig, stattdessen dürfen seine Augen blitzen wie die eines im Körper eines schmachtenden Skandinaviers schlummernden Latinoteufels.
So possierlich das einerseits klingt, so tief traurig ist es doch andererseits auch. In poetischen, tagebuchartigen Briefen spricht Akimki vom Tonband mit seiner verschollenen Braut, während die Tango-Musikerin Anne Lähteenmäki (Birgit Otter), die er zufällig kennen lernt, Akkordeon-Klänge darunter legt. Sie sucht seine Nähe, bleibt aber Hintergrund-Rauschen für die immense Sehnsucht nach der Verschwundenen: Aus dem Leiden wird Erinnerung, heißt es da einmal wunderschön, und aus der Erinnerung wird – wieder Leiden.
Die Inszenierung gestattet sich Rückgriffe aufs absurde Theater ebenso wie Motive aus den Kaurismäki- Filmen, um in ein paar gelungenen Solo-Einsätzen zu münden. Dann gibt Hofer in einer fingierten Pressekonferenz den italienischen Trainer Giovanni Trappatoni, der beim Fußball-Verein „Klubi-04 Helsinki“ angeheuert hat, um zu erfahren, was eigentlich alle immer schon wussten: Finnen können kein Fußball. Birgit Otter darf demonstrieren, wie sie Akkordeon und Geige beherrscht, bis zuletzt beide einen unkonventionell getexteten Tango als heiter-beschwingten Rausschmeißerliedchen anstimmen.


Komische Kapriolen an Bord, zarter Zauber beim Landgang

Ein Theaterspaß: Auf Schikaneders „Regensburger Schiff“ ist Tiefgang gut verzichtbar.

Ulrich Kelber, MZ

So ein Donau-Ausflugsdampfer macht schon was her. Bei den Passagieren herrscht gelöste, erwartungsfrohe Stimmung. Und wenn dann an Bord Theater geboten wird, amüsiert man sich gerne, selbst wenn das Stück ein bisschen leichtgewichtig ist und an anderer Spielstätte sicher nicht diese zauberhafte Wirkung entfalten könnte.
Doch zunächst einmal ist Martin Hofer und seiner Turmtheater-Crew Dank zu zollen, dass sie sich daran gewagt haben, der im Jahr 1780 uraufgeführten Posse „Das Regensburger Schiff“ neues Leben einzuhauchen und damit an ein bedeutsames Kapitel der Regensburger Theatergeschichte zu erinnern. Denn Emanuel Schikaneder, der als Librettist teil hat am Ruhm von Mozarts „Zauberflöte“, ist an der Donau aufgewachsen und war hier ab 1787 für zwei Jahre Direktor des Fürstlich- Reichsstädtischen Theaters.
Eine Verknüpfung zur „Zauberflöte“ wollte auch das Germanistenpaar Michaela Schießl und Michael Kohlhäufl herstellen, das mit seiner Bearbeitung den Schikaneder-Ulk vom „Regensburger Schiff“ für die heutige Zeit spielbar gemacht hat.Um die These zu belegen, dass Schikaneder in Regensburg viele Anregungen für das Opern-Libretto bekommen hat, mussten die Nachdichter zwar die Chronologie ein bisschen über den Haufen werfen, konnten aber dadurch die Geschichte hübsch aufpeppen. So wird die „Königin der Nacht“ beschworen und in den Text werden mehrfach Zitate aus der „Zauberflöte“ eingebaut. Mit dem etwas rätselhaft anmutenden Auftritt des Elfenkönigs Oberon wird auf die Quellen angespielt, bei denen Schikaneder abgekupfert hat.
Das vergnügliche Spiel beginnt mit einer hübschen Idee: Gerade hat die „MS Regensburg“ abgelegt, da kommt am Ufer an der Werftstraße ein eifrig winkendes Völkchen ins Blickfeld. Das Schiff legt nochmals an und der gnädig gestimmte Kapitän lässt Herrn Schikaneder und seine Begleiter an Bord. Sie sind – dank Ausstatterin Bianca Hedwig Schmid – eine Augenweide: das kesse Mädchen mit dem himmelwärts aufragenden Zopf und dem von den vielen Unterröcken gebauschten Kleid, die Kammerzofe mit kurioser Haartolle und schließlich der alte, hagere Herr, der sich als der Geizkragen Kupferkopf entpuppen wird. Alle sind kräftig geschminkt, wie es sich fürs Personal der Commedia dell’arte gehört. Und das ist bald komplett, nachdem sich Herr Schikaneder in den Diener Budel verwandelt hat und der Husarenrittmeister, der Galan des Mädchens, auftaucht.
Regisseur Dirk Arlt will der Geschichte einen besonderen Kick geben, setzt auf ironische Verfremdung. Er schlüpft in die Rolle des Conferenciers, wird zum„Kapitän Blaubär“ und übernimmt mit Hamburger Platt das Kommando auf dem Donauschiff. Weil er wirklich schlagfertig ist, klappt es mit dieser sprachlichen Kapriole.
Dann erweist sich wieder einmal, was für ein toll aufeinander eingespieltes Team Heinz Müller und Martin Hofer sind. Mit viel Lust an Komik lässt sich Müller auf die schräge Figur des Kupferkopf ein, der ängstlich über seine Kiste voller Golddukaten wacht und dann doch übertölpelt wird. Dankbarer ist natürlich die Rolle des Dieners Budel, in der Hofer so richtig den Arlecchino geben kann – den verfressenen, naiv-gewitzten Mann aus dem Volk, der manch’ böse Wahrheit über „die da oben“ verkünden darf. Gut mithalten bei diesem Possenspiel können Selina Kristin Schimpf als wirklich reizendes Käthchen und Heike Ternes, die als Kammerzofe Nannette das resolut-raffinierte Frauenzimmer herausstellen darf. Wacker schlägt sich Philipp Wimmer als verliebter Rittmeister.
Und dann ist da noch die Musik: Heinz Grobmeier versteht sich nicht nur auf das Erzeugen von Sturmgeräuschen, er erweist sich auch als einfühlsamer Begleiter für Sopranistin Barbara Mathes, die bei einemkleinen Landgang in Sinzing den ganzen Zauber der Mozart-Arien anklingen lässt. Wunderbar illustriert wird der Gesang durch ein Schattentheater-Spiel, bei dem Papageno und all die anderen Opern-Gestalten zum Reigen antreten – der schönste Moment des Abends.


Letztlich zählt doch nur der schöne Schein

Intensiv, komisch und auch tragisch: »Cyrano de Bergarac« im Rathaus Ebermannstadt

»Wer kennt diese Nase nicht?« Fast jeder dürfte Gerard Depardieu in dieser Rolle schon gesehen haben. Wie das »max3theater« jedoch »Cyrano de Bergerac« im Rathaus Ebermannstadt spielt, so intensiv, komisch, deprimierend hat man den Haudegen und Poeten aus der Feder Edmond Rostands noch nicht erlebt.
Wie der äußerlich missgestaltete Soldat mit dem großen Herzen leidet, wie er vergeblich liebt, welche Demütigungen er durchlebt; das Schauspiel-Trio zeigt es im Alten Rathaus hautnah. Wie Charme und Esprit Frauenherzen zu erobern wissen, wie »geschriebene Küsse« wirken, wie Eifersucht und Hass das Paradies zerstören, »Cyrano de Naserac« trifft es.
Schweigen, verstohlene Blicke und versteckte Gesten dominieren die Bühne, die natürlich auch nicht ohne Klamauk auskommt. Cyrano liebt Roxane, die wiederum Christian liebt. Cyrano hilft Christian, Roxanes Herz zu gewinnen. Cyrano leidet unter beider Liebe. Auch der Graf liebt Roxane und schickt Cyrano und Christian in den Krieg. Am Ende sind Cyrano und Christian tot, und erst jetzt begreift Roxane, wer hinter den heimlichen Liebeserklärungen stand.
Als Objekt der Begierde hat Katharina Roczyn mit Abstand die schwierigste Aufgabe. Nämlich mehr als dieses zu scheinen, sich aus dem Schatten der Angebeteten zu erheben. Durch ihre Natürlichkeit und ihr Auftreten gelingt der Schauspielerin dies glänzend: »Nur einen liebt ich, und verlier ihn heut zum zweiten Male.«
Keine überlange Gumminase
Horst Kiss verzichtet auf überlange Gumminasen und lässt Cyrano wortgewaltig, temporeich und originell als Menschen wirken. Wieder und wieder leiden die Zuschauer mit ihm, wenn er das Liebespaar beobachtet: »Auf seinen Lippen küsst sie meine Worte.«
Sascha Linke darf in die komischen Rollen schlüpfen. In den kölschen Mönch, in den lispelnden »Grafen de Gicht,« in den strohdummen aber gut aussehenden Christian, für den Cyrano die Liebesbriefe schreibt. Nicht nur im Kostüm wandlungsfähig, auch mimisch eine Entdeckung, gelingt es, den Nebenrollen Frische und Lebendigkeit einzuhauchen.
Was als leichte Muse voller lustiger Einfälle daherkommt bleibt bei näherer Betrachtung eigentlich ein zutiefst tragischer Stoff. Denn was letztlich zählt, ist eben doch nur der schöne Schein – und nicht die inneren Werte. Eine Realität, an der nicht nur literarische Figuren wie Cyrano de Bergerac verzweifelt und schließlich zerbrochen sind. UDO GÜLDNER


Gefangen im geblümten Küchenkäfig

Heike Ternes spielt in ihrem Ein-Frau-Stück im Regensburger Turmtheater eine umwerfende Shirley Valentine.

REGENSBURG. Von Katharina Kellner, MZ

Nun ist es doch kein Bademantel geworden. Heike Ternes hat bis eine Woche vor der Premiere überlegt, was sie als Shirley Valentine anziehen soll. Bei der Premiere von „Shirley Valentine oder die heilige Johanna der Einbauküche“ im ausverkauften Turmtheater hat sie sich für einen grauen Maxi-Pullover entschieden. Und sie trägt riesige Lockenwickler, die nicht akkurater aufgewickelt sein könnten. Ternes spielt in dem 1986 erstmals aufgeführten Stück aus der Feder des britischen Autors Willy Russell die typische working-class-Hausfrau aus einem Liverpooler Vorort. Die Enge, in der sie lebt, deutet das Bühnenbild von Amelia Franken König gleich zu Beginn an: Vier weiße Wände, zum Quadrat zusammengestellt, erinnern an einen Käfig.

Viel größer wird Shirleys kleine Welt auch nicht, als sich die Wände öffnen und die Einbauküche freigeben: Ein Kühlschrank, Kaffeemaschine, Tisch und Stuhl vor einer quietschbunten Blümchentapete machen Shirleys Reich aus. Darin umsorgt sie seit zwanzig Jahren die Familie. Doch seit die Kinder aus dem Haus sind und ihr eigenes Leben leben, ist da nur noch der griesgrämige Ehemann Joe. Der will nach der Arbeit das Essen auf dem Tisch haben und zwar exakt in dem Moment, in dem sein Fuß die Matte vor der Haustür berührt. Shirley bleiben in ihrem monotonen Alltag nur die Erinnerungen an früher. Weil sie niemanden hat, mit dem sie sprechen kann, erzählt sie alles der Wand.

Die Angst vor dem Ausbrechen

Das ist urkomisch, zum Beispiel wenn sie sich erinnert, wie der kleine Brian einst im Krippenspiel den heiligen Josef mimte: Zum Entsetzen der Lehrer und des Publikums deutete er seine Rolle um und brachte den Herbergenwirt dazu, ihm und seiner Maria ein Zimmer zu geben: „Kein Platz mehr? Wir haben doch gebucht!“ Ternes zaubert mit rasanter Gestik und Mimik das missglückte Krippenspiel auf die Bühne, mimt den forschen Josef, die trutschige Maria und den eingeschüchterten kleinen Herbergswirt. Die Zuschauer kriegen sich nicht mehr ein vor Lachen.

Ternes und Regisseur Dirk Arlt haben am Text gefeilt. Wenn Shirley die Teenager-Sprache ihrer Tochter nachmacht, geht das so: „Voll krass, oder?“ Ternes lässt den verhinderten Esprit ihrer Shirley Valentine immer wieder durchschimmern: Die ist witzig, schlagfertig, selbstironisch. Schalk und Lebenslust blitzen ihr aus den Augen und aus dem breiten Grinsen. Doch über Einbauküche und Familie hat sie ihr wahres Ich vergessen: „Als kleines Mädchen bin ich immer vom Dach gesprungen, nur so aus Spaß – und jetzt hab’ ich Angst.“ Angst davor, auszubrechen. Doch dann kommt ein unmoralisches Angebot von Shirleys Freundin Jane. 14 Tage Griechenland – ohne Ehemann, ohne Kinder. Das bezahlte Ticket pinnt am Kühlschrank.

Sie wird nicht reisen, sie hat Angst vor der Freiheit. Und Joe „gibt sofort eine Vermisstenanzeige auf, wenn ich mal länger als fünf Minuten auf dem Klo bleibe.“ Sie öffnet das Gefrierfach – Seifenblasen schießen heraus und zerplatzen an der Realität der Einbauküche, genau wie Shirleys Jugendträume. Ein netter Effekt, für den Regisseur Arlt extra ein Loch in den Kühlschrank hat bohren lassen.

Und sie fährt doch. Sie wusste, dass Joe nicht verstehen würde, dass sie aus Mitleid das Hackfleisch an den Hund der Vegetarier-Nachbarn verfüttert hat. Als er zum Abendessen nur Spiegelei und Bratkartoffeln bekommt, explodiert er. Da entschließt sie sich. Shirley tritt im zweiten Akt reisefertig auf die Bühne. „Ich hätte es ihm sagen sollen“, sagt sie zur Erheiterung der Zuschauer. Sie hat für vierzehn Tage vorgekocht: „Hackfleisch, Hackfleisch, Hackfleisch“, ruft sie, die einzelnen Portionen im Tiefkühlfach in die Luft malend. Die Pointe trifft ins Schwarze.

Ein kluges Stück über das Leben

Der dritte Akt spielt in Griechenland – nach der Pause verdeutlicht eine Trickfilmanimation den Ortswechsel. Die Shirley-Figur tanzt auf den Wolken – sie schmeckt endlich die Freiheit. In der Rückschau wundert sie sich über ihre Ängste: „Warum gibt es so viel ungenutztes Leben?“ In Griechenland findet sie die wahre Shirley Valentine – die der Frau aus der Einbauküche nicht mehr gleicht. Und die am Strand keine Wollpullover und Lockenwickler mehr braucht.

„Shirley Valentine“ ist ein kluges Stück über das Leben, jeder findet sich darin. Es erzählt weniger von einer unterdrückten Frau, sondern vom Mut, sich von den Umständen, die einen gefangen halten, zu befreien. Heike Ternes spielt ihr Ein-Frau-Stück mitreißend und mit unglaublicher Bühnenpräsenz. Den Wechsel von der ängstlichen Hausfrau zur entspannten Urlauberin schafft sie spielend. Sie hält den Spannungsbogen über das ganze Stück aufrecht – bis zum überraschenden Ende. Man sollte sich diese wunderbare Eigenproduktion aus der Schauspieler-Familie des Turmtheaters nicht entgehen lassen.


Die Diva, ihr Koch und ihre Liebhaber

Nici Neiss und Markus Kapp servieren im Turmtheater pikanten Linseneintopf à la Marlene und die pikanten Anekdoten einer alternden Diva.
REGENSBURG. Von Flora Jädicke, MZ
Marlene Dietrich sitzt auf der Bühne, die Augen hinter einer Riesensonnenbrille versteckt. Sie trägt sie zu Hausmantel, Krücken und Wodkaflasche. Sie stänkert, bezirzt und zeigt Bein. Mal beim Sturz über die Bühne, mal lasziv in die Luft gereckt.
Das lohnt sich an diesem Abend. Denn Markus Auer, gespielt von Markus Kapp, ist jung, gutaussehend und Chefkoch eines deutschen Spezialitätenrestaurants in Paris. Von ihm lässt sich die mürrische Diva (Nici Neiss) nicht nur das Essen in ihre Wohnung bringen. Nein, er nimmt ihr auch die letzte Beichte ab, während sie gemeinsam Kartoffeln schälen. Hingerissen zwischen Entzücken und genervtem Schnaufen kocht er „Eintopf à la Marlene“ und lauscht den pikant-traurigen Geschichten einer Filmikone.
Schlüpfrig und ein wenig bitter


Deren Leben hat kaum noch mehr zu bieten als Rückblenden. Und die alte „Dame“? Die sagt sich: „Kinder, heut’ Abend such’ ich mir was aus“. Der Koch muss dran glauben. „Wenn Sie so kochen wie sie aussehen, werde ich wohl zufrieden sein“, erklärt sie dem 26-Jährigen, als er ihr das Frühstück bringt. Und dass sie gespannt sei auf seine Eier, die er serviert. Anschließend warnt sie: „Nimm’ dich in Acht vor blonden Frau’n“.
Derb schlüpfrig und bitter geht es zu im Hause Dietrich. Und man wäre leicht gereizt, würden Nici Neiss und Markus Kapp nicht ein so köstlich geschicktes Geflecht aus Home-Story und Rückblenden mit unvergessenen Liedern servieren. In zwölf Filmszenen aus dem Universum Dietrich verrät sie ihre kulinarischen Geheimrezepte, gewürzt mit Einblicken hinter die Kulissen des Films „Der Blaue Engel“ und pikanten Anekdoten über Liebhaber. Die Liste liest sich wie das Who is Who der Kulturszene der 30er Jahre: Josef von Sternberg, Erich Maria Remarque, Jean Gabin, Rudolf Sieber.

Kochen ist ihre wahre Kunst


Die Männer wechseln, die Leidenschaft fürs Kochen bleibt. Weil die „Frau Dietrich“ schon immer stolzer auf ihren Ruf war, Hollywoods Botschafterin der Hausmannskost zu sein, als auf ihren künstlich hochstilisierten Ruf als Filmgöttin. „Kochen ist eine Kunst“, hatte sie Ende der 70er verkündet, als sie sich von den Bühnen verabschiedete. Beim Film, wusste sie, „da geht es immer nur ums Geld“.
In der Pause gibt es Hausmannskost. Echten Linseneintopf mit Frankfurter und Graubrot. À la Marlene oder doch aus der Dose? Wer weiß? Viel Bein zeigt die Show, Netzstrümpfe, Strapse und viel Stimme von Nici Neiss unter dem legendären Zylinder der Dietrich. Großartige Lieder sind zu hören, von „Ich bin die fesche Lola“ über „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ bis hin zu „Lili Marleen“. Endgültig begeistert war das Publikum im ausverkauften Turmtheater bei dem Chanson „Sag mir, wo die Blumen sind“. Wunderbar begleitet wurde Nici Neiss von Markus Kapp, der die Rollen wechselte, mal war er Pianist oder Conferencier, dann Liebhaber oder Koch. Als Nachschlag für die Zuscahuer gab es noch mal Lola und Lili Marlen, „weil die Frau Dietrich ja nicht so viele Lieder gesungen hat“.
Aufgewärmt wird der „Eintopf à la Marlene“ noch einmal am 12. Mai im Turmtheater.


Der Kontrabass als Freund, Feind und Geliebte zugleich

Schauspieler Michael Derda spielt im Turmtheater einen verschrobenen Musiker, den sein Instrument am Leben hindert.

REGENSBURG. Von Katharina Kellner, MZ

Der Kontrabass, dieses schreckliche, unhandliche Ding, ist nicht nur der Theaterfigur lästig, sondern sogar dem Schauspieler selbst. Als das Stück zu Ende ist, trinkt Michael Derda an der Theke des Turmtheaters einen Ramazotti. Eben hat er noch als verschrobener Musiker in Patrick Süskinds Ein-Mann-Stück „Der Kontrabass“ auf der Bühne gestanden. Nun erzählt er, warum er es zwanzig Jahre lang nicht gespielt hat: weil es so aufwändig ist, das Instrument für den Auftritt auszuleihen und weil es so schwierig ist, es zu transportieren.

Nun hat Derda, viele Jahre Intendant am Waldau-Theater in Bremen und heute freier Schauspieler, es doch wieder auf sich genommen. Denn das Stück ist ein Publikumsmagnet, eines der meistgespielten auf deutschen Bühnen. Und vielleicht hilft die Plackerei mit dem Instrument dem Schauspieler, sich in seine Figur, einen Kontrabassisten vom Staatsorchester, hineinzuversetzen. Denn Süskind lässt einen Mann monologisieren, dem der Kontrabass alles ist: Liebes- und Hassobjekt, außerdem vorgeschobener Grund für seine Unfähigkeit, sein Leben selbst zu bestimmen: „Ein Kontrabass ist mehr ein Hindernis als ein Instrument. Das können Sie nicht tragen, das müssen Sie schleppen. Ins Auto geht er nur hinein, wenn Sie den rechten Vordersitz heraustun. In der Wohnung steht er so blöd herum. Ich hab’ einmal einen Onkel gehabt, der war ständig krank und hat sich ständig beklagt, dass keiner sich um ihn kümmert. So ist der Kontrabass.“

„Er überwacht das Ganze“

Dieser Held ist ein typischer Süskindscher Sonderling: Derda verkörpert den in die Jahre gekommenen Musiker in einem schäbigen grauen Bademantel, Schlabberhose und Schlappen auf einem knarzenden Schaukelstuhl mit braun-beiger Wolldecke sitzend. In der Isolation seiner schalldichten Junggesellenkammer kämpft er mit gewaltigen Mengen Bier an gegen „Feuchtigkeitsverlust“ und Frust. Er doziert über sein Instrument, den Mi-krokosmos Staatsorchester und über Wagner („Wenn wir vor hundert bis hundertfünfzig Jahren eine Psychoanalyse gehabt hätten, wäre uns von Wagner einiges erspart geblieben“).

Süskind hat es mit seinem Monolog ein spannendes Stück ohne nennenswerte Bühnenausstattung und ohne Handlung geschaffen. Neben Schaukelstuhl, Tisch und Stuhl gibt es noch einen Plattenspieler. Mit den Platten beschwört der Kontrabassist dem Publikum, das er direkt anspricht, zunächst die existentielle Wichtigkeit des Kontrabasses, später dessen Unzulänglichkeit. Denn seine anfängliche Lobrede auf das Instrument schlägt mit zunehmendem Alkoholpegel ins Gegenteil um: Fasziniert beobachtet man, wie der Mann rasend schnell ein Bier nach dem anderen in sich hinein- kippt. Der Kontrabassist entpuppt sich als einsamer, eigenbrötlerischer Stubenhocker mit seltsamen Ansichten, unglücklich verliebt in die viel jüngere Sopranistin Sarah, die er noch nie angesprochen hat. Und er steigert sich in Rage, denn schuld an seiner Misere ist allein das unhandliche und unelegante Instrument, das jeder Liebesbeziehung im Weg steht: „Wenn Sie mit einer Frau allein sein wollen, steht er dabei und überwacht das Ganze. Werden Sie intim – er schaut zu.“ Kurioserweise wird der Kontrabass so gleichzeitig zum Hass- und Liebesobjekt: Derda umarmt ihn leidenschaftlich, bespringt ihn fast, spielt trefflich einen alten Mann auf der verzweifelten Suche nach Ersatzbefriedigung.

Und er fantasiert: Bei der Rheingold-Premiere an diesem Abend könnte er – genau in dem Augenblick, in dem alle auf den ersten Ton lauschen – spektakulär Sarahs Namen rufen. Es würde Verwirrung stiften, es stünde in der Zeitung, er würde aus dem Orchester fliegen. Ob er Ernst macht, bleibt offen – der Musiker verlässt die Bühne, um sich für die Abendvorstellung umzuziehen. Er packt den Kontrabass ein, zwängt sich in Frack und Hose – deren Knopf geht nicht zu. Es ist die unfreiwillige Zugabe: Derda geht von der Bühne, kommt zurück, unterbricht den Applaus und erzählt lachend, dies sei ein denkwürdiger Abend gewesen: „Es ist schon viel passiert, aber die Hose ist immer noch zugegangen.“ Höchste Zeit also für einen Ramazotti.

Zwischen Mitleid und Lachen

Eineinhalb Stunden ist man in diesem Stück als Zuschauer hin- und hergerissen zwischen Mitleid und Lachen über Derdas kauzige Figur. Ein beeindruckendes Theatererlebnis, das beweist, dass ein einziger Schauspieler und wenige Requisiten einen höchst amüsanten Abend bescheren können.

Zusatzvorstellungen am Fr., 16. und Sa., 17. April, 19.30 Uhr, im Turmtheater


Jagd durch das Labyrinth der Gefühle

Adele Neuhauser und Martin Hofer, das Regensburger Theater-Traumpaar, stehen wieder gemeinsam auf der Bühne. Ein großartiges Vergnügen!
REGENSBURG. Von Ulrich Kelber, MZ

In seinem Gedicht „Danach“ hat sich Kurt Tucholsky böse darüber ausgelassen, warum „nach einem Happyend im Film gewöhnlich abjeblendt“ wird. Danach käme nämlich nur wenig Erfreuliches: „Denn quäln se sich noch manche Jahre“ und schließlich sei die Bilanz: „Die Ehe war zum jrößten Teile verbrühte Milch und Langeweile.“
Der freundliche Franzose Éric-Emmanuel Schmitt ist da längst nicht so pessimistisch, auch wenn es in seinem Theaterstück „Kleine Eheverbrechen“ zunächst ziemlich übel nach Mord und Totschlag aussieht. Aber nachdem er sein Bühnenpaar genug hat streiten lassen, sucht er einen Ausweg aus der Ehehölle und verordnet einfach versöhnend Korrektur und Neuanfang.
So brutal wie Edward Albee in seinem Ehedrama „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ will Schmitt keinesfalls sein. Der erfolgreiche Dramatiker, der in ein paar Wochen 50 Jahre alt wird, mag nicht die große Tragödie, sondern setzt ungeniert auf die Mittel des Boulevardtheaters. Geschliffene Dialoge voller Wortwitz sollen zum gleichermaßen befreienden wie nachdenklichen Lachen provozieren: der Autor als Ehe-Therapeut.
Alle Gemeinheiten ausgereizt
Gut meint es Éric-Emmanuel Schmitt aber auch mit seinem Bühnenpersonal. Es darf den ganzen Reigen der Gefühle durchexerzieren, die aus entschwundener Liebe und enttäuschten Erwartungen resultieren. Kurzum: Alle Gemeinheiten zwischen Mann und Frau können ausgereizt werden. Kein Wunder, dass die „Kleinen Eheverbrechen“ seit der Uraufführung 2003 in Paris von unzähligen Bühnen nachgespielt wurden.
Jetzt also im Turmtheater. Prinzipal Martin Hofer steht wieder gemeinsam mit Adele Neuhauser auf der Bühne. Seit dem legendären „Faust“ waren sie das Traumpaar am Regensburger Stadttheater, die unumstrittenen Stars im Ensemble. Und bis heute haben sie dort keine Nachfolger gefunden, die ähnliche Popularität genießen. Beim hoch subventionierten Stadttheater hat man nun allen Grund, darauf neidisch zu sein, was die wackere Konkurrenz hoch oben im Goliathhaus auf die Beine gestellt hat.
Der Zauber funktioniert noch! Erneut erweist sich, dass Martin Hofer und Adele Neuhauser, die heute in Wien lebt und inzwischen in vielen Fernsehrollen reüssierte, kongeniale Bühnenpartner sind, die sich wunderbar ergänzen. Die „Kleinen Eheverbrechen“ könnten leicht abdriften zum blödelnden Klamauk. Doch dieser Versuchung erliegen Neuhauser und Hofer nicht, denn sie sind sich ihrer darstellerischen Ausdrucksmöglichkeiten sicher, wissen genau, dass auch mit eher leisen Tönen ein Maximum an Wirkung erreichbar ist.
Die Bühne als Fechtboden
Regisseur Andreas Wiedemann unterstützt sie in dieser Auffassung, setzt ganz auf eine kammerspielartige Atmosphäre. Er macht die Bühne nicht zum Boxring, sondern eher zum Fechtboden, wo die Treffer allein durch das Florett der Worte erzielt werden.
Schon die heikle Eingangsszene – die von Schmitt gewählte Konstellation wirkt als ziemlich platter und arg konstruierter Kunstgriff – wird zum Bravourstück: ein gegenseitiges Belauern beim verkrampften Wiedersehen. Hat der nach einem „häuslichen Unfall“ genesene Ehemann Gilles wirklich sein Gedächtnis verloren, oder treibt er nur ein raffiniertes Spiel? Einfach köstlich, wie Adele Neuhauser diese Situation auszuloten versucht: Lässt sich der Gatte, der sich als „erwachsenes Neugeborenes“ gibt, nach 15 Ehejahren nun doch nach weiblichen Wunschvorstellungen ummodeln? Oder droht doch nur wieder der alte Trott?
Und dann geht es auf zu einer mal erschreckenden, mal erheiternden Jagd durch das Labyrinth der Gefühle. Zwischen Hassausbrüchen, Sentimentalitätsanwandlungen und Liebeserklärungen pendeln die Szenen einer Ehe. In allen Situationen sind Adele Neuhauser und Martin Hofer einfach hinreißend. Fasziniert folgten die Premierenbesucher ihrem intensiven Spiel. Enthusiastischer Beifall am Schluss.

Jagd durch das Labyrinth der GefühleAdele Neuhauser und Martin Hofer, das Regensburger Theater-Traumpaar, stehen wieder gemeinsam auf der Bühne. Ein großartiges Vergnügen!REGENSBURG. Von Ulrich Kelber, MZIn seinem Gedicht „Danach“ hat sich Kurt Tucholsky böse darüber ausgelassen, warum „nach einem Happyend im Film gewöhnlich abjeblendt“ wird. Danach käme nämlich nur wenig Erfreuliches: „Denn quäln se sich noch manche Jahre“ und schließlich sei die Bilanz: „Die Ehe war zum jrößten Teile verbrühte Milch und Langeweile.“Der freundliche Franzose Éric-Emmanuel Schmitt ist da längst nicht so pessimistisch, auch wenn es in seinem Theaterstück „Kleine Eheverbrechen“ zunächst ziemlich übel nach Mord und Totschlag aussieht. Aber nachdem er sein Bühnenpaar genug hat streiten lassen, sucht er einen Ausweg aus der Ehehölle und verordnet einfach versöhnend Korrektur und Neuanfang.So brutal wie Edward Albee in seinem Ehedrama „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ will Schmitt keinesfalls sein. Der erfolgreiche Dramatiker, der in ein paar Wochen 50 Jahre alt wird, mag nicht die große Tragödie, sondern setzt ungeniert auf die Mittel des Boulevardtheaters. Geschliffene Dialoge voller Wortwitz sollen zum gleichermaßen befreienden wie nachdenklichen Lachen provozieren: der Autor als Ehe-Therapeut.Alle Gemeinheiten ausgereiztGut meint es Éric-Emmanuel Schmitt aber auch mit seinem Bühnenpersonal. Es darf den ganzen Reigen der Gefühle durchexerzieren, die aus entschwundener Liebe und enttäuschten Erwartungen resultieren. Kurzum: Alle Gemeinheiten zwischen Mann und Frau können ausgereizt werden. Kein Wunder, dass die „Kleinen Eheverbrechen“ seit der Uraufführung 2003 in Paris von unzähligen Bühnen nachgespielt wurden.Jetzt also im Turmtheater. Prinzipal Martin Hofer steht wieder gemeinsam mit Adele Neuhauser auf der Bühne. Seit dem legendären „Faust“ waren sie das Traumpaar am Regensburger Stadttheater, die unumstrittenen Stars im Ensemble. Und bis heute haben sie dort keine Nachfolger gefunden, die ähnliche Popularität genießen. Beim hoch subventionierten Stadttheater hat man nun allen Grund, darauf neidisch zu sein, was die wackere Konkurrenz hoch oben im Goliathhaus auf die Beine gestellt hat.Der Zauber funktioniert noch! Erneut erweist sich, dass Martin Hofer und Adele Neuhauser, die heute in Wien lebt und inzwischen in vielen Fernsehrollen reüssierte, kongeniale Bühnenpartner sind, die sich wunderbar ergänzen. Die „Kleinen Eheverbrechen“ könnten leicht abdriften zum blödelnden Klamauk. Doch dieser Versuchung erliegen Neuhauser und Hofer nicht, denn sie sind sich ihrer darstellerischen Ausdrucksmöglichkeiten sicher, wissen genau, dass auch mit eher leisen Tönen ein Maximum an Wirkung erreichbar ist.Die Bühne als FechtbodenRegisseur Andreas Wiedemann unterstützt sie in dieser Auffassung, setzt ganz auf eine kammerspielartige Atmosphäre. Er macht die Bühne nicht zum Boxring, sondern eher zum Fechtboden, wo die Treffer allein durch das Florett der Worte erzielt werden.Schon die heikle Eingangsszene – die von Schmitt gewählte Konstellation wirkt als ziemlich platter und arg konstruierter Kunstgriff – wird zum Bravourstück: ein gegenseitiges Belauern beim verkrampften Wiedersehen. Hat der nach einem „häuslichen Unfall“ genesene Ehemann Gilles wirklich sein Gedächtnis verloren, oder treibt er nur ein raffiniertes Spiel? Einfach köstlich, wie Adele Neuhauser diese Situation auszuloten versucht: Lässt sich der Gatte, der sich als „erwachsenes Neugeborenes“ gibt, nach 15 Ehejahren nun doch nach weiblichen Wunschvorstellungen ummodeln? Oder droht doch nur wieder der alte Trott?Und dann geht es auf zu einer mal erschreckenden, mal erheiternden Jagd durch das Labyrinth der Gefühle. Zwischen Hassausbrüchen, Sentimentalitätsanwandlungen und Liebeserklärungen pendeln die Szenen einer Ehe. In allen Situationen sind Adele Neuhauser und Martin Hofer einfach hinreißend. Fasziniert folgten die Premierenbesucher ihrem intensiven Spiel. Enthusiastischer Beifall am Schluss.



Bravouröse Darbietung eines fulminanten Stückes

Furiose Premiere von Éric-Emmanuel Schmitts „Kleinen Eheverbrechen“ im Regensburger Turmtheater mit Martin Hofer und Adele Neuhauser
Von Peter Klewitz

Regensburg. „Sieht man eine Frau und einen Mann vor einem Standesbeamten stehen, sollte man sich fragen, wer von beiden der Mörder sein wird.“ Für den französischen Dramatiker Éric-Emmanuel Schmitt ist die Ehe ein Zusammenschluss von Killern, die sich anfangs aller anderen, als älteres Paar einander gegenseitig zu entledigen versuchen … und sich dabei dennoch lieben können. Nein, es ist kein Glücksgriff, dass Regensburgs Turmtheater für Schmitts brillante Studie „Kleine Eheverbrechen“ das „Faustische Paar“ Martin Hofer und Adele Neuhauser reaktiviert hat – es ist eine logische Notwendigkeit. Nicht allein, weil die beiden hochprofessionellen Mimen durch zahlreiche frühere Produktionen im Theater Regensburg bestens aufeinander eingespielt sind. Sondern auch, weil dieses hochintelligente Zweipersonenstück vielleicht anders, aber nicht besser besetzt werden könnte. Weg ist die Erinnerung Der Autor Gilles (Martin Hofer) kommt nach zwei Wochen Krankenhausaufenthalt mit Amnesie nach Hause. Behutsam macht ihn seine Frau Lisa (Adele Neuhauser) mit sich, seinen Gewohnheiten, seiner Vergangenheit bekannt. Gescheit und sensibel ist dieses Paar angelegt, zaghaft und rau spielen die Akteure diese Begegnung, in der den beiden Protagonisten klar ist, dass sie sich in dieser Situation trotz 15 Ehejahren neu aufeinander einlassen müssen. Aber dann kippt die Geschichte. In einem psychologischen Gefecht der Sonderklasse wird nicht nur klar, wie belastet die Ehesituation vor dem „Unfall“ des Mannes war. Sondern auch, dass Gilles seinen Gedächtnisverlust von Anfang an nur gespielt hat. In einem furiosen Gefühlskrimi legen die Partner die Karten auf den Tisch, bis das Spiel zu Ende gespielt scheint und Lisa das Haus verlässt. Doch sie kommt zurück. Die Versöhnung schlägt ein neues Kapitel der Beziehung auf. „Kleine Eheverbrechen“ ist auch der Titel eines – fiktiven – Buches, das Protagonist Gilles geschrieben hat, das er als sein bestes befindet und das seine Frau Lisa hasst. Schmitt verwebt gekonnt die Zitate aus diesem Buch in den Dialog der Ehepartner, die auch sich selbst und ihre erste Begegnung immer wieder zitieren. Gerade in dieser Reflexion der Reflexion ihrer Spielfiguren erweist sich die Meisterschaft Neuhausers und Hofers. Da agieren zwei Menschen, die sich auskennen in den Höhen und Tiefen des Lebens, die wissen, was sie und warum sie es sagen. Bravouröse Darbietung Jede mimische Nuance, jede subtile Geste, jede Klangfarbe, jeder Unterton stimmt. Die bravouröse Darbietung eines fulminanten Stückes Theater wurde mit begeistertem Beifall belohnt. Kein Wunder, dass alle weiteren Aufführungen im Januar bereits ausverkauft sind.
Bravouröse Darbietung eines fulminanten Stückes Furiose Premiere von Éric-Emmanuel Schmitts „Kleinen Eheverbrechen“ im Regensburger Turmtheater mit Martin Hofer und Adele Neuhauser Von Peter Klewitz Regensburg. „Sieht man eine Frau und einen Mann vor einem Standesbeamten stehen, sollte man sich fragen, wer von beiden der Mörder sein wird.“ Für den französischen Dramatiker Éric-Emmanuel Schmitt ist die Ehe ein Zusammenschluss von Killern, die sich anfangs aller anderen, als älteres Paar einander gegenseitig zu entledigen versuchen … und sich dabei dennoch lieben können. Nein, es ist kein Glücksgriff, dass Regensburgs Turmtheater für Schmitts brillante Studie „Kleine Eheverbrechen“ das „Faustische Paar“ Martin Hofer und Adele Neuhauser reaktiviert hat – es ist eine logische Notwendigkeit. Nicht allein, weil die beiden hochprofessionellen Mimen durch zahlreiche frühere Produktionen im Theater Regensburg bestens aufeinander eingespielt sind. Sondern auch, weil dieses hochintelligente Zweipersonenstück vielleicht anders, aber nicht besser besetzt werden könnte. Weg ist die Erinnerung Der Autor Gilles (Martin Hofer) kommt nach zwei Wochen Krankenhausaufenthalt mit Amnesie nach Hause. Behutsam macht ihn seine Frau Lisa (Adele Neuhauser) mit sich, seinen Gewohnheiten, seiner Vergangenheit bekannt. Gescheit und sensibel ist dieses Paar angelegt, zaghaft und rau spielen die Akteure diese Begegnung, in der den beiden Protagonisten klar ist, dass sie sich in dieser Situation trotz 15 Ehejahren neu aufeinander einlassen müssen. Aber dann kippt die Geschichte. In einem psychologischen Gefecht der Sonderklasse wird nicht nur klar, wie belastet die Ehesituation vor dem „Unfall“ des Mannes war. Sondern auch, dass Gilles seinen Gedächtnisverlust von Anfang an nur gespielt hat. In einem furiosen Gefühlskrimi legen die Partner die Karten auf den Tisch, bis das Spiel zu Ende gespielt scheint und Lisa das Haus verlässt. Doch sie kommt zurück. Die Versöhnung schlägt ein neues Kapitel der Beziehung auf. „Kleine Eheverbrechen“ ist auch der Titel eines – fiktiven – Buches, das Protagonist Gilles geschrieben hat, das er als sein bestes befindet und das seine Frau Lisa hasst. Schmitt verwebt gekonnt die Zitate aus diesem Buch in den Dialog der Ehepartner, die auch sich selbst und ihre erste Begegnung immer wieder zitieren. Gerade in dieser Reflexion der Reflexion ihrer Spielfiguren erweist sich die Meisterschaft Neuhausers und Hofers. Da agieren zwei Menschen, die sich auskennen in den Höhen und Tiefen des Lebens, die wissen, was sie und warum sie es sagen. Bravouröse Darbietung Jede mimische Nuance, jede subtile Geste, jede Klangfarbe, jeder Unterton stimmt. Die bravouröse Darbietung eines fulminanten Stückes Theater wurde mit begeistertem Beifall belohnt. Kein Wunder, dass alle weiteren Aufführungen im Januar bereits ausverkauft sind.

Ein massiver Hauch von Liebe

Grandioser Schauspieler-Abend im Regensburger Turmtheater: „Kleine Eheverbrechen“
Von Christian Muggenthaler

Zarte Wechsel im Gesichtsausdruck, eine unterbrochene Geste, abrupte Stimmungswechsel, Ausbrüche von Wut und Liebe, Ebbe und Flut von Zuneigung und Flucht. Die Ehe als dauerhafte Brandung im Leben zweier Menschen. Ein Paar, das 15 Jahre Ehe hinter sich hat, eineinhalb Jahrzehnte zwischen Traum und Trauma, zwischen Verwunderung über ihre starke Liebe und Verwundung durch deren archaische Kraft: Das Duo Adele Neuhauser als Lisa und Martin Hofer als Gilles öffnen ein Hinterzimmerfenster in das Mit- und Gegeneinander zweier Menschen, gönnen dem Publikum im Regensburger Turmtheater einen fast voyeuristischen Einblick in Eric-Emmanuel Schmitts klug ersonnenen Dialog um ein Paar in der Grauzone zwischen Gehen und Bleiben, Hoffen und Scheitern. Und sie tun das in selten zu sehender schauspielerischer Eleganz. Das anzuschauen ist einfach schön. Die Frage, die das Stück zu Beginn stellt, ist von großem Reiz: Kann man eine Ehe, in der ganz offenbar und wie auch anders nicht alles rund lief, durch den plötzlichen Gedächtnisverlust eines der beiden Partner neu kalibrieren, nach 15 Jahren auf Null stellen ? Kann man nicht. Schicksal ist nicht recyclingfähig. Stattdessen schraubt sich der Text Dreh um Dreh mehr hinein in die Wunden der Protagonisten, aber auch in Erkenntnisse über das, was man so Liebe nennt. Schmitt erkennt in ihr eine Macht, vor der man nicht im ersten besten Moment des Zweifels davonrennt. Mit dieser Macht konfrontiert er seine beiden Protagonisten, und es ist eine Macht, die Lisa und Gilles zu überfordern droht. Wenn sie nicht im Verlauf der Handlung ihr beiderseitiges Unglück an ihrer Partnerschaft so rasant überholen würde, dass sie zuletzt plötzlich überrascht mit der Möglichkeit dastünden, doch noch zusammen glücklich werden zu können: eine raffinierte Konstruktion. Neuhauser und Hofer machen diese Drehbewegung Windung für Wendung mit. Sie winden und sie wenden sich im immer enger gedrehten Schraubstock von Zu- und Abneigung andauernd zueinander hin und voneinander weg. Die kluge Regie von Andreas Wiedermann hält beide folglich in pausenloser, schwebender Bewegung: Was im Inneren dieser Menschen geschieht, passiert immer auch außen – als andauernde Reise zwischen Nähe und Fernsein. Es gibt berückende Momente der zusammenführenden Zärtlichkeit und irritierende Augenblicke des zerberstenden Zorns, und die beiden Schauspieler rücken all diese Szenen derart in die Nähe der Intimität, dass man sich manchmal als Zuschauer fast wie ein Eindringling fühlt. Sie jagen das Publikum durch pure Nuancen ihres Ausdrucks in Minutengeschwindigkeit durch emotionale Zustände. Und wenn sie sich dann beispielsweise in der Mitte und zu Ende des Stücks ihre erste Begegnung in Erinnerung rufen, entsteht in der Tat ein massiver Hauch von Liebe. Eine Komödie ist das alles nicht, obwohl Text und Inszenierung Lacher genug hergeben, ein Spiel um die Liebe allein auch nicht. Schmitts Stück ist eine Honigfalle für Fragen, die man sich halt so ums partnerschaftliche Miteinander stellt. Man kennt sie, diese Fragen. Er – gelernter Franzose halt – stellt gute Antworten zur Verfügung. Dieses Frage- und-Antwort-Spiel ist lehr- und listenreich. Schließlich kann sie, die Liebe, der passende Schlüssel des Augenblicks für die restliche Dauer der Zeit sein. Nur, sagt Schmitt, dauert es danach genau auch diese gesamte Zeit, die Mechanik des Schlosses zu begreifen.
Ein massiver Hauch von Liebe Grandioser Schauspieler-Abend im Regensburger Turmtheater: „Kleine Eheverbrechen“ Von Christian Muggenthaler Zarte Wechsel im Gesichtsausdruck, eine unterbrochene Geste, abrupte Stimmungswechsel, Ausbrüche von Wut und Liebe, Ebbe und Flut von Zuneigung und Flucht. Die Ehe als dauerhafte Brandung im Leben zweier Menschen. Ein Paar, das 15 Jahre Ehe hinter sich hat, eineinhalb Jahrzehnte zwischen Traum und Trauma, zwischen Verwunderung über ihre starke Liebe und Verwundung durch deren archaische Kraft: Das Duo Adele Neuhauser als Lisa und Martin Hofer als Gilles öffnen ein Hinterzimmerfenster in das Mit- und Gegeneinander zweier Menschen, gönnen dem Publikum im Regensburger Turmtheater einen fast voyeuristischen Einblick in Eric-Emmanuel Schmitts klug ersonnenen Dialog um ein Paar in der Grauzone zwischen Gehen und Bleiben, Hoffen und Scheitern. Und sie tun das in selten zu sehender schauspielerischer Eleganz. Das anzuschauen ist einfach schön. Die Frage, die das Stück zu Beginn stellt, ist von großem Reiz: Kann man eine Ehe, in der ganz offenbar und wie auch anders nicht alles rund lief, durch den plötzlichen Gedächtnisverlust eines der beiden Partner neu kalibrieren, nach 15 Jahren auf Null stellen ? Kann man nicht. Schicksal ist nicht recyclingfähig. Stattdessen schraubt sich der Text Dreh um Dreh mehr hinein in die Wunden der Protagonisten, aber auch in Erkenntnisse über das, was man so Liebe nennt. Schmitt erkennt in ihr eine Macht, vor der man nicht im ersten besten Moment des Zweifels davonrennt. Mit dieser Macht konfrontiert er seine beiden Protagonisten, und es ist eine Macht, die Lisa und Gilles zu überfordern droht. Wenn sie nicht im Verlauf der Handlung ihr beiderseitiges Unglück an ihrer Partnerschaft so rasant überholen würde, dass sie zuletzt plötzlich überrascht mit der Möglichkeit dastünden, doch noch zusammen glücklich werden zu können: eine raffinierte Konstruktion. Neuhauser und Hofer machen diese Drehbewegung Windung für Wendung mit. Sie winden und sie wenden sich im immer enger gedrehten Schraubstock von Zu- und Abneigung andauernd zueinander hin und voneinander weg. Die kluge Regie von Andreas Wiedermann hält beide folglich in pausenloser, schwebender Bewegung: Was im Inneren dieser Menschen geschieht, passiert immer auch außen – als andauernde Reise zwischen Nähe und Fernsein. Es gibt berückende Momente der zusammenführenden Zärtlichkeit und irritierende Augenblicke des zerberstenden Zorns, und die beiden Schauspieler rücken all diese Szenen derart in die Nähe der Intimität, dass man sich manchmal als Zuschauer fast wie ein Eindringling fühlt. Sie jagen das Publikum durch pure Nuancen ihres Ausdrucks in Minutengeschwindigkeit durch emotionale Zustände. Und wenn sie sich dann beispielsweise in der Mitte und zu Ende des Stücks ihre erste Begegnung in Erinnerung rufen, entsteht in der Tat ein massiver Hauch von Liebe. Eine Komödie ist das alles nicht, obwohl Text und Inszenierung Lacher genug hergeben, ein Spiel um die Liebe allein auch nicht. Schmitts Stück ist eine Honigfalle für Fragen, die man sich halt so ums partnerschaftliche Miteinander stellt. Man kennt sie, diese Fragen. Er – gelernter Franzose halt – stellt gute Antworten zur Verfügung. Dieses Frage- und-Antwort-Spiel ist lehr- und listenreich. Schließlich kann sie, die Liebe, der passende Schlüssel des Augenblicks für die restliche Dauer der Zeit sein. Nur, sagt Schmitt, dauert es danach genau auch diese gesamte Zeit, die Mechanik des Schlosses zu begreifen.

Sie wollen „Theater zum Anfassen“ machen

Martin Hofer und Susanne Senke-Hofer haben mit ihrem Turmtheater viel vor – und bringen Adele Neuhauser nach Regensburg.

Regensburg. Von Katharina Kellner, MZ

„Wir wollen ein Theater zum Anfassen sein“, sagt Martin Hofer, Schauspieler und Theaterdirektor des Regensburger Turmtheaters. Eines, in dem die Schauspieler nach der Vorstellung nicht hinter der Bühne verschwinden, sondern in Dialog mit dem Publikum treten.

Mit der Idee, ein eigenes Theater aufzumachen, übernahm Hofer, der 2008 das Ensemble des Regensburger Stadttheaters verlassen hatte, Anfang des Jahres mit seiner Frau Susanne Senke-Hofer das Turmtheater am Watmarkt von Kinobesitzer Werner Hofbauer. Die Intention: ein Schauspielerprojekt mit einer vielfältigen Palette von Genres aufzuziehen, von Lustspiel und Drama über Musik, Hörspiel und Lesung. Das verlangt dem engagierten Paar ein Jonglieren mit den Finanzen ab. Die von der öffentlichen Hand bezuschussten Theater haben es da leichter. Ein wenig Unterstützung gibt es aber mittlerweile von der Stadt Regensburg. Außerdem greift den Hofers auch der neu gegründete Trägerverein „Kulturturm e.V.“ unter die Arme.

„Kleine Eheverbrechen“ im Januar

Einen guten Ratgeber haben die beiden in Sigi Ostermeier vom Altstadttheater Ingolstadt gefunden, einem „Hans Dampf in allen Gassen“ in Sachen Theater, wie Senke-Hofer im MZ-Gespräch sagt. Und dann sind da natürlich die Schauspielerfreunde, die zum Ensemble des Turmtheaters gehören, wie zum Beispiel Heinz Müller, der wie Hofer aus der Schweiz stammt.

Nach einem knappen Jahr sind Hofer und seine Frau, die nicht nur Geschäftsführerin und guter Geist des Turmtheaters ist, sondern auch Schauspielerin und Sängerin, guten Mutes, ihre Nischen gefunden zu haben. Nun wollen sie ihr Programm an ihren bisherigen Erfahrungen ausrichten und stecken voller Ideen. Man habe zwar „Lehrgeld bezahlt“, sagt Hofer, aber eben auch dazugelernt. Sie setzen weiter auf Vielfalt – und auf Synergie mit beliebten Gruppen wie dem Improvisationstheater „Chamäleon“ oder dem Musiktrio „Bavarian Giants“.

Was beim Publikum besonders gut ankomme, seien Eigenproduktionen, verknüpft mit bekannten Namen. Solche werden in den nächsten Monaten häufig auf den Brettern des Turmtheaters anzutreffen sein. Zum Beispiel Adele Neuhauser, deren Name nicht nur seit der legendären „Faust“-Inszenierung von 1999, in der sie den Mephisto in schwarzem Lederlook gab, in Regensburg einen Klang hat. Neuhauser lebt mittlerweile als gefragte Kino- und Fernsehschauspielerin in Wien, ist aber Martin Hofer, der damals den Faust mimte, freundschaftlich verbunden. Die beiden stehen ab 7. Januar in dem Stück „Kleine Eheverbrechen“ nach dem gleichnamigen Buch von Eric-Emmanuel Schmitt auf der Bühne. Das handelt von einem Krimiautor, der bei einem Unfall sein Gedächtnis verliert. In intensiven Gesprächen mit seiner Frau will er seine Ehe rekonstruieren.

Auch Schauspielerin Heike Ternes gehört zum „Ensemble“ des Turmtheaters. Sie steht im kommenden Jahr als ehegebeutelte Hausfrau mit dem komödiantischen Frauenmonolog „Die Heilige Johanna der Einbauküche“ auf der Bühne.

Einer der Höhepunkte wird die Zusammenarbeit mit dem bundesweit bekannten Regensburger Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley sein. Das Projekt plant Hofer als informatives Kabarett. Während Zulley – der selbst auf der Bühne steht – Kurioses und Wissenswertes zum Thema Schlaf erzählt, setzen Hofer und Müller seine Ausführungen schauspielerisch um. Premiere ist am 11. März 2010.

Schikaneder und die Zauberflöte

Ende April geht es dann hinaus aus dem Turmtheater – aufs Schiff. Dort hat nämlich der berühmte Regensburger Schauspieldichter Emanuel Schikaneder (1751-1812) seine Komödie „Das Regensburger Schiff“ (1780 in Salzburg uraufgeführt) angesiedelt. Schikaneder, der in Wien erfolgreich mit Mozart zusammenarbeitete, lässt das Stück im Regensburger Hafen spielen. Die Regensburger Germanisten Michael Kohlhäufl und Michaela Schießl haben das Werk um eine Rahmenhandlung ergänzt. Sie greifen Schikaneders Kontakte zum Fürstenhof auf und setzen das Ganze in Beziehung zu Mozarts Zauberflöte. Herausgekommen ist „Das Regensburger Schiff oder Herr Schikaneder (er)findet die Zauberflöte“ – eine Posse in zwei Akten, besetzt mit Martin Hofer und Heinz Müller.

Auf dieses Spektakel auf dem fahrenden Schiff mit Landgang darf man sich freuen. Und auch auf die Umsetzung vieler weiterer Ideen aus dem Regensburger Turmtheater.

Quelle: Mittelbayrische Zeitung vom 28.11.2009


Schlafen und schnarchen ist besser als dichten und denken
Prof. Zulleys literarische Einschlafhilfe im Turmtheater macht alle hellwach.

REGENSBURG. Von Thomas Dietz, MZ
Es ist der Idealfall für jedes Theater: Das Publikum amüsiert sich in angenehmer Umgebung und geht hernach in lebhaftem Gespräch und ein Stückchen klüger nach Haus. Das ist selten genug, drum sollte man sich schleunigst Karten für Prof. Zulleys „Hofer und Müller zum Einschlafen“ im Turmtheater besorgen. Das reizvolle „Gesamtschlafwerk“ wird vorerst nur noch fünf Mal gegeben.
Beim Thema Schlaf kann jeder mitreden. Die Premieren-Zuschauer gingen richtig mit; ständig konnte man heitere und leise Zustimmungen wie „Genau“, „Jawohl, so ist es“ oder „Wem sagen Sie das“ vernehmen. Erst waren es die ironischen Schlafspielereien, die Hausherr Martin Hofer mit seinem Eidgenossen Heinz Müller in einer fiktiven Bettgemeinschaft und in handelsüblich gestreiften Pyjamas darbot.
Wir erwachen 28 Mal pro Nacht
Es ging bei dieser „Nachtvorstellung“ um handfeste Dinge wie Zähneputzen vor dem Schlafengehen, nächtliches Klavierspielen bei Kerzenlicht, die Bettflucht zum Klo und einen bösen Störenfried: Die fette Fleischfliege im Schlafgemach, die einem, wenn man sie endlich niedergeklatscht hat, noch im Tode den Schlaf raubt, weil man nach dem Kampf hellwach ist. Auch die schönen literarischen Schlafstellen wie Robert Walsers „Schlafen und schnarchen ist besser als dichten und denken“, oder sogar „Über allen Wipfeln ist Ruh’“ sind gefundene Fressen für die beiden Erzkomödianten. Heinz Müller zeigt uns sogar, wie man eine Namensliste von Schlafmitteln als Führerrede interpretieren kann, gewissermaßen ein „Heil-Schlaf“.
Immer wieder greift Schlaf-Professor Zulley ein, so dass man sich am Ende fühlt, als habe man kein Theater, sondern eine Sprechstunde besucht. Er fängt harmlos an, damit, dass Löwen täglich 16 bis 18 Stunden schlummern. Oder wie Kinder mit offenen Augen schlafen, sie verdrehen und schielen, was ganz normal ist. Aber ob bekannt ist, dass wir alle in der Nacht ca. 28 Mal wach werden, es aber nicht wissen, weil unser Hirn alle Wachphasen unter drei Minuten löscht!?

„Ach, wenn ich doch einmal durchschlafen könnte“, sagen viele Schlafpatienten und Zulley erklärt uns sodann, dass 1. kein Mensch durchschläft und dass 2. wir in unserer wilden Frühzeit in der Savanne nicht weit gekommen wären, wenn wir vier Stunden durchgeschlafen hätten, dann hätte uns nämlich der nächste Säbelzahntiger hopsgenommen. Also vollführen wir nachts ein ewiges Auf und Ab zwischen Dösen und Träumen als kleinen Gruß an die Evolution.
„Mal so richtig fallen lassen“
Eine Dame, die seit Jahren an schweren Schlafstörungen litt, schlief in Prof. Zulleys Schlaflabor gerade in der ersten Nacht, wo doch die meisten Versuchspersonen sich noch eingewöhnen müssen, besonders gut. Er fragte sie des Morgens weshalb, und sie erwiderte: „Hier, bei so vielen Schwestern und Ärzten, konnte ich mich richtig fallen lassen.“ Das ist der Goldene Weg! Sich fallen lassen. Den Schlaf nicht erzwingen wollen. Und wenn man keinen Schlaf findet, soll man halt aufstehen und versuchen, wach zu bleiben. Dann wird man schon müde werden. Warme Füße helfen übrigens beim Einschlafen. Am Ende fragte eine Dame ihre Nachbarin: „Leiden Sie unter Schlafstörungen?“ Die Antwort: „Nein. Ganz im Gegenteil.“


Eine Stunde der Wahrheit
Am Freitag feiert „Kunst“, das hinterlistige „Männerstück“ von Autorin Yasmina Reza, Premiere.

Regensburg. Von Uta von Maydell, MZ

Yasmina Reza, die wohl meistgespielte Autorin zeitgenössischen Theaters, hat sich immer dagegen gewehrt, in die „Boulevard-Schublade“ gesteckt zu werden. Sie lache gern, war zu hören, aber am liebsten mit Pessimisten, weil die zugleich die humorvollsten Menschen seien. Und die Aufgabe der Kunst sieht Reza (1959 in Paris geboren) darin, dem „an sich doch ziemlich trübseligen Leben etwas Glanz zu verleihen.“ Dieser Überzeugung und dazu ihrem brillanten Umgang mit Sprache ist ihr Erfolg geschuldet – und natürlich der Thematik: Sie hinterfragt hartnäckig Sinn und Haltbarkeit von Beziehungen und kommt zu dem herben Schluss, dass jeder sich letztlich selbst der Nächste ist. Das gilt auch für „Kunst“, dieses hinterlistige „Männerstück“, mit dem ihr Anfang der 90er Jahre der ganz große Durchbruch gelungen ist. Dieser zermürbende Streit um ein Gemälde ganz – wirklich ganz! – in Weiß hat am Freitagabend Premiere.

Das Schauspieler-Trio der Regensburger Erstaufführung hat sich wieder zusammengefunden, um nach acht Jahren persönlicher Reifezeit die Redeschlacht um Kunst oder Nicht-Kunst wieder aufzunehmen. Nicht komplett allerdings: Michael Heuberger, 2001 mit von der Partie, ist nach wie vor fest im Ensemble am Bismarckplatz und spielt dort (Premiere ebenfalls am Freitag) den Mowbray in „Der nackte Wahnsinn“. Seinen Kunst-Part übernimmt jetzt Heinz Müller, ansonsten Originalbesetzung mit Titus Horst und Martin Hofer. Gemeinsam ist den drei Schauspielern: Sie haben über viele Jahre am Stadttheater gespielt und agieren nun in der freien Szene. Und genau wie die Herren im Stück sind sie dicke Freunde, Hofer und Müller übrigens schon seit ihrer Jugend in der Schweiz. Einen Satz der Autorin haben sie unbedingt verinnerlicht: „Man sollte seine Freunde nie ohne Überwachung lassen. Sonst entgleiten sie einem.“ Hofer, mittlerweile Intendant des Turmtheaters, hat sie für das Projekt nun wieder unter einen Hut gebracht – bei Titus Horst nicht einfach. Denn der ist in München bestens im Geschäft, in Berlin auch als „Loriot“, und für seine Verkörperung des Emanuel Kant wird er als Anwärter des Grimme-Preises gehandelt.

Einen Riesenspaß hatten alle drei bei den Proben und kaum Textschwierigkeiten. Was Wunder: An die 60 Mal ging die Erstfassung vor acht Jahren über die Haidplatzbühne. Ihr „Hut ab!“ geht an Reza als „absolute Männerversteherin“. Und Peter Heeg, ebenfalls Schauspielkollege vergangener Tage, verhindert als begleitender Regisseur sorgsam, dass sie sich beim großen Bilder-Streit nicht wirklich in die Wolle geraten. Persönliche Abgründe werden im Text vorgestellt, Dinge, die keiner der Freunde vom anderen gewusst oder erwartet hätte. Eine Stunde der Wahrheit, die bei aller Komik auch nachdenklich machen soll.


„Komisch, frech und hintergründig, mit einfachsten Mitteln, puristisch natürlich… inszenierten die Bavarian Giants ihre Suche nach dem bayerischen Gral… Ihre Suche nach dem klassisch „Bayerischen“ gestalteten sie typisch Blauweiß. Urig, bissig, und das teilweise musikalisch umrahmt, bestachen die Giants mit ihrem Programm aus echtem Liedgut, ironisch schwarzen Texten und aberkomisch hintersinniger Präsentation.“
Hersbrucker Zeitung, 11.10.2006


Orchester im Graben

Das hinreißende Duo Calva im Turmtheater

Regensburg. Von Gerhard Heldt, MZ

Kabarettistische Einblicke ins Theaterleben machen sich immer gut. Die beiden jungen Schweizer Cellisten Alain Schudel und Daniel Schaerer retten einen Abend, an dem ein russisches Ensemble Mozarts „Zauberflöte“ aufführen soll, zu der die beiden als Aushilfsmusiker engagiert sind, was sie auch in den Orchestern der Oper Zürich und der Bayerischen Staatsoper sind bzw. waren.

Schaerer, der scheinbar Schüchterne, beginnt am hinteren Pult mit schülerhaften Tonleiterübungen, verfehlt immer wieder den gleichen Ton. Schudel, der vermeintlich Forschere, führt sich auf dem Solistenstuhl mit den ersten beiden Takten von Dvoráks Cellokonzert ein. Die Positionen scheinen klar abgegrenzt, doch als feststeht, dass die Russen mit ihrem Bus im Graben gelandet sind und vorerst nicht kommen, beginnt ein höchst virtuoses Spiel, in dem sich beide technisch brillant die Bälle zuwerfen.

Drafi „Carmen“ Deutscher

Den Start bilden Ausschnitte aus einem durchgehend vierstimmigen Duo von Julius Klengel, einem der gesuchtesten Solisten und Pädagogen des 19. Jahrhunderts. Danach versuchen sich die beiden als Entertainer: „Das Cello, Dein Freund und Helfer“, wird vorgestellt: Es ist aus Holz und stammt aus der Alten Musik, die „ohne Vibrato“ und „immer etwas zu tief“ ist. Es folgen (Opern-)Liebesgeschichten, von beiden exzellent für ihre Instrumente arrangiert: „Carmen“, die Leidenschaftsoper schlechthin, durchsetzt mit Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“, das in Mendelssohns „Hochzeitsmarsch“ übergeht.

Ein Wunschkonzert nur mit Rossini, den sie auf Beerdigungen langsam, sonst aber im Originaltempo spielen, stellt nochmals die außergewöhnlichen technischen Fertigkeiten des Duos vor. Figaros „Faktotum“-Arie aus dem „Barbier von Sevilla“ fasziniert ebenso wie Paganinis Variationen über ein Thema aus Rossinis „Mosè“ für die G-Saite. Schmachten können sie auch: „Lascia Ch’io Pianga“ aus Händels „Rinaldo“ kommt herzzerreißend, und wenn’s einmal quietscht, hat das Cello Cellulitis.

Glänzend! Da capo!

Die Russen kommen definitiv nicht, also müssen die beiden die ganze „Zauberflöte“ allein darstellen, was in abwechslungsreichen Passagen überzeugend gelingt. Als Ouvertüre muss Beethovens „Fünfte“ herhalten („die kennen alle“), die irgendwann in die Marseillaise abschweift und später auch bei „When the saints go marching in“ landet. Als Riesenspaß muss ein Zuschauer die Papageno-Panflöte spielen, schafft aber immer nur vier der fünf vorgesehenen Töne. Mozarts Oper wird mit Handpuppen im Schnelldurchlauf vorgestellt, die bekanntesten Arien angespielt, zum Schluss gibt es das Ganze in genau 63 Sekunden, als Dreingabe endlose Schlussfloskeln, ausklingend mit Edith Piafs Jahrhundertschlager „Je ne regrette rien“. Glänzende Unterhaltung auf höchstem Niveau! Da capo!

Quelle: Mittelbayrische Zeitung, 05.06.09