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Haus, Frauen, Sex

Martin Hofer in einem Monolog von Margit Schreiner

Ein Mann (Franz) läuft Amok, weil ihn seine Frau mit Sohn verlassen hat. Nun sitzt er im selbstgebauten Haus und lässt seinem Schmerz freien Lauf. Seine von Wut und Trauer ausgesetzten Eruptionen machen ihn zu einer tragischkomischen Figur, die zwar barsch mit dem weiblichen Geschlecht umgeht, aber gerade dadurch viele Eigentore zulässt. Es ist eine Abrechnung mit einer Welt die sich durch Emanzipation (über 50% Scheidungen) verändert hat und den schlussendlich relativ hilflosen Protagonist zurücklässt. Franz: Die Frau, das geheimnisvolle Wesen, ja, wo denn? …Wenn ihr manchmal so träumerisch am Fenster steht und eure Augen glänzen hab ich das Gefühl ihr habt einfach die Regel und sonst gar nichts! Das tolle an dem Stück ist, dass eine Frau es geschrieben hat! Margit Schreiner: Ich habe mich bemüht, dem Mann, der da spricht, gerecht zu werden und ihn wirklich reden zu lassen. In der ganzen Geschichte haben Männer über Frauen geschrieben, alles was wir über die Frauen wissen, stammt von Männern, deshalb wissen wir über die Männer wenig, weil man das Geheimnis des anderen eher preisgibt als das eigene. Margrit Schreiner schafft es gekonnt, sich in das männliche Ich hineinzuversetzen und sich gleichzeitig davon zu distanzieren, das Opfer auch als Ekel zu entlarven. Schreiner: Ich habe ihn in einer für ihn tragische, ausweglose Situation gestellt. Job weg, Frau weg und ein Haus gebaut. Diese Situation – erst Aufbauen und dann verlassen werden – erlebt jeder Mann gleich, egal, ob’s ein Professor oder ein eher einfacher Mensch ist.

Zur Aufführung: Mit dem Protagonist Franz (Martin Hofer) steht auch sein alter Ego auf der Bühne in Person eines Musikers (Jörg Bauer, auch bekannt als Leadsänger von den Gipfelstürmern) Regie führ Michael Bleiziffer (ehemaliger Oberspielleiter des Theater Regensburg) Martin Hofer und Michael Bleiziffer, die eine große Freundschaft verbindet, arbeiten nach 5-jähriger Abstinenz endlich wieder einmal zusammen. Ziel der Arbeit: Trotz aller Härte und auch Komik soll die Poesie nicht zu kurz kommen! Und ein großes Dankeschön an Margit Schreiner. Das Stück ist auch sehr zu empfehlen für jüngere Menschen!