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Love Letters

»Ich will nicht die ganze Zeit Briefe schreiben. Ich will dich sehen.«

Andy und Melissa. Sie kommen nicht zusammen, aber auch nicht voneinander los. Sie sehen sich oft jahrelang nicht, aber sie vertrauen sich alles an. Sie verfehlen die große Liebe, aber sie führen einen innigen Briefwechsel. Obwohl Melissa Briefe altmodisch findet.
Andy ist konservativ, Melissa will Freiheit. Andy ist ehrgeizig, Melissa ist reich. Andy macht Karriere, Melissa macht Kunst. Andy sucht den Kompromiss, Melissa sucht Wahrheit.
Zwei Leben in Briefen, zwei Biografien, zwei Arten zu existieren. Und nur eine Chance, das alles auszuhalten. Humor.
LOVE LETTERS ist eines der erfolgreichsten Theaterstücke der letzten Jahrzehnte.

Regisseur Joseph Berlinger hat ›Love Letters‹, dieses Drama der unglücklichen, der Sucht verfallenen Künstlerfrau und des Karrieretypen, auf zauberhafte Weise inszeniert. Die Bühne taucht er ins melancholische Licht der untergehenden Sonne, ein sanfter Wind bläht die Vorhänge wie Segel. Diese wehenden Stoffbahnen, sie dienen als Projektionsflächen: Katharina Dobner, fürs Bühnenbild verantwortlich, hat Tiere gemalt, die mit menschlichen Zügen ausgestattet sind und Prothesen tragen, die das Drama der beiden geheimnisvoll, surreal und doch präzise kommentieren… Und so bleibt am Ende ein Gefühl tiefer Zufriedenheit beim Zuschauer: einer meisterhaft inszenierten Erzählung vom Scheitern einer Liebe beigewohnt zu haben.

Peter Geiger / MZ

Peter Geiger – Mittelbayerische Zeitung 10.10.2016