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Venedig im Schnee

Komödie von Gilles Dyrek

Gleich vorneweg: Venedig im Schnee erzählt nicht das Drama des umgekehrten Klimawandels. Vielmehr erklärt sich der Titel dieses Stücks für den Zuschauer erst ziemlich am Ende der Geschichte.
Es beginnt harmlos: Ein Paar hat sich gerade eine neue Stadtwohnung gekauft und erwartet Besuch: Ein alter Freund des Hausherrn kommt mit seiner neuen Freundin auf ein Abendessen vorbei. Die frischgebackenen Wohnungsbesitzer sind eines dieser Paare, die stets in einem Meer aus Süßholz und Honigkuchen planschen. Die beiden Besucher scheinen bei ihrer Ankunft hingegen im Clinch zu liegen. Patricia, die neue Freundin, beschließt kein Wort zu sagen. Das führt letztlich dazu, dass sie von den Gastgebern für eine Ausländerin gehalten wird. Aber anstatt diesen Irrtum aufzuklären, manövriert Patricia die nette Runde in einen Irrsinn aus peinlichen Verwicklungen, einer nicht-existenten Sprache und nicht zu knappen Peinlichkeiten, die der bürgerlichen Artigkeit entspringen.
Ob dieser hanebüchene Betrug am Ende auffliegt?

Peter Geiger – Mittelbayerische Zeitung 09.10.2016