Amnesty International – »Kritische Stimmen zu und aus der Ukraine«

Mit Informationen zur Menschenrechtslage, literarischer Lesung und Musik

Die Lage in der Ukraine ist unübersichtlich und für die Menschen vor Ort unberechenbar. Im April 2014 brach der Konflikt in der Ostukraine aus und betrifft die Regionen Donetsk und Luhansk. Nachdem von Russland unterstützt Separatist*innen die sogenannten Volksrepubliken Donetsk und Luhansk ausgerufen hatten, verkündeten die ukrainischen Behörden eine Anti-Terror-Maßnahme. Nach Ausrufung der beiden Teilrepubliken haben die Separatist*innen eigene politische und rechtliche Strukturen geschaffen und agieren als autonome Gebiete. Bislang wurden sie jedoch von niemandem offiziell anerkannt.

Amnesty International und Human Rights Watch haben Fälle dokumentiert, in denen ukrainische Behörden Zivilpersonen willkürlich verhaftet und über einen langen Zeitraum eingesperrt haben. Aber auch die Separatist*innen begehen Menschenrechtsverletzungen. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen der ukrainischen Regierung und den Separatist*innen kam im September 2019 u.a. auch der bekannte Filmregisseur Oleg Sentsov frei.

Die Amnesty-Expertin Julia Eymer koordiniert deutschlandweit die Menschenrechtsarbeit zu Ukraine und berichtet von der verworrenen politischen Lage sowie von erfolgreich geretteten Fällen wie Sentsov und aktuell laufenden Aktionen. Dazu wird zeitgenössische Literatur von kritischen ukrainischen Autoren wie dem Dichter und Rockstar Serhij Zhadan (*1974) vorgetragen. Zhadan hat mit »Internat« einen Roman über die Verwerfungen in seiner Heimat geschrieben. Der kulturell-politische Abend wird mit osteuropäischer Livemusik umrahmt.

Amnesty International und das Turmtheater laden herzlich ein, sich an diesem Abend atmosphärisch in die Ostukraine entführen und tagesaktuell informieren zu lassen.